Informationen zum Besuch

In der KZ-Gedenkstätte Moringen wird die Geschichte des historischen Ortes vermittelt, dies schließt eine kritische Beschäftigung mit der NS-Ideologie ein. Sie bietet Führungen und Workshops an. Bitte beachten Sie, dass ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Moringen nur mit Voranmeldung möglich ist. Der historische Ort wird heute als Maßregelvollzugszentrum genutzt und ist deshalb nur in Begleitung zugänglich. 

Leider können wir aktuell noch keinen vollständig barrierefreien Zugang gewährleisten. Sprechen Sie uns dazu bitte an.

Da wir mit unseren Bildungsprogrammen auch verschiedene Stationen im Stadtgebiet anlaufen, empfehlen wir dem Wetter angepasste Kleidung. Achten Sie auch auf ausreichende Verpflegung während der Pausen.

Bei einem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Moringen geht es um die Lebensgeschichten von NS-Verfolgten, die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in Moringen sowie die Vor- und Nachgeschichte der Verfolgung. Dabei werden auch körperliche und psychische Gewalt, Rassismus, Sexismus, Ableismus und abwertende Sprache thematisiert. Der Besuch beinhaltet außerdem den Gang zum Stadtfriedhof Moringen.


Öffentliche Führungen

Sie möchten die Gedenkstätte im Rahmen einer öffentlichen Führung besuchen? Für Einzelbesuchende bieten wir regelmäßig geführte Rundgänge an. Die aktuellen Termine finden Sie auf der Startseite. 

Wir bitten um vorherige Anmeldung unter 05554/2520 oder info@gedenkstaette-moringen.de

Die Teilnahme ist kostenfrei, es besteht die Möglichkeit zu spenden.


Bildungsformate für angemeldete Gruppen

Sie möchten die Gedenkstätte mit einer Gruppe besuchen? Wir freuen uns auf Ihre Anfrage. 

Bitte beachten Sie: 

  • Wir betreuen Gruppen bis zu einer Größe von max. 30 Personen und können nur zwei Gruppen zur gleichen Zeit begleiten 
  • Unsere Bildungsangebote können frühestens um 9:00 Uhr beginnen.

Sie können aus folgenden Angeboten wählen:

 

Geführter Rundgang

  • Unsere Guides erzählen zu den Verfolgungsgeschichten und Entwicklungsprozessen der drei Moringer Konzentrationslager und des Werkhauses am historischen Ort. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf das ehemalige Lagergelände von außen und besuchen die Ausstellung und das Modell in der ehemaligen Kommandantur. 
  • Durch Fragen während der Führung oder vorherige Absprachen können Interessensschwerpunkte gesetzt werden. Im Rahmen dieses Formats sind auf Anfrage auch Führungen in englischer und polnischer Sprache möglich.
  • Dieses Format dauert ca. 2 Stunden. Wir empfehlen den Rundgang nicht für Besuche mit Schulklassen.

 

Werkstatt

  • Interaktiv nähern wir uns gemeinsam dem Ort an, indem wir uns das ehemalige Lagergelände von außen anschauen und mithilfe eines assoziativen Bildereinstiegs erste Fragen stellen und beantworten. Durch die Einordnung der verschiedenen Bilder in ihren zeitlichen Zusammenhang auf einem Zeitstrahl entsteht ein Überblick über die komplexe Moringer Geschichte aus Traditionen, Brüchen, dem Nebeneinander verschiedener Verfolgungssysteme und Kontinuitäten. 
  • Darauf aufbauend soll es im Anschluss um die Lebensgeschichten der Verfolgten gehen. Warum wurden sie von den Nationalsozialisten zum Feind erklärt und in Moringen verfolgt? Was war ihnen wichtig im Leben? Dazu können Besucherinnen und Besucher in Kleingruppen Biografieboxen mit verschiedenen Lebensgeschichten selbstständig entdecken. Aus einzelnen Bruchstücken, wie Fotos, Objekten, Zitaten, Videos und Texten puzzeln sie die Geschichte eines Menschen zusammen, der in Moringen inhaftiert war. 
  • Durch den Austausch zwischen den Kleingruppen können alle Besuchenden ein paar Zeitzeugen kennenlernen, obwohl diese heute nicht mehr am Leben sind. Die vielfältigen Geschichten werden in den Gesamtzusammenhang der Verfolgung eingeordnet. Dabei suchen wir auch gemeinsam Antworten auf die Frage, was dieser Teil der Geschichte mit unserer Gegenwart zu tun hat. 
  • Den Abschluss des Gedenkstättenbesuchs bildet das Gedenken am Gräberfeld des Jugendkonzentrationslagers auf dem Moringer Stadtfriedhof.
  • Dieses Format dauert ca. 4 Stunden.

 

Studientag

  • Für Gruppen, die mehr Zeit zur Verfügung haben, ergänzen wir das Werkstattprogramm und gehen explizit auf Bezüge zur Gegenwart ein. Für ein nachhaltiges Arbeiten bietet der Studientag mehr Raum für individuelle Fragen und Vertiefung der Themen, eine verstärkte Orinentierung an den individuellen Bedürfnissen.
  • Gemeinsam fragen wir uns, welche Freiheiten uns persönlich so wichtig sind, dass es sich lohnt, dafür die Demokratie zu verteidigen. Wo beziehe ich Position? Was hat diese Geschichte über 80 Jahre später eigentlich noch mit mir zu tun? 
  • Ausgehend von diesen Überlegungen gibt es die Möglichkeit, selbstständig eine kleine Gedenkfeier auf dem Friedhof zu organisieren oder in einer individuellen (künstlerischen) Auseinandersetzung die Eindrücke des Tages zu verarbeiten.
  • Dieses Format dauert ca. 5 Stunden.

 

Berufsgruppenspezifische Angebote

  • Neben Schulen, Berufsschulen und privaten Gruppen (z. B. Vereine) bieten wir auch für Berufsgruppen spezifische Workshops an. In Kooperation mit der Polizei haben wir so ein Angebot zum Beispiel für die Weiterbildung von Polizist*innen in der KZ-Gedenkstätte Moringen entwickelt. 
  • Weitere Themenfelder könnten sein: Soziale Arbeit, Erziehungswissenschaften und Verwaltungshandeln. 
  • Wenn Sie ein solches berufsspezifisches Angebot nutzen oder im Rahmen einer Fortbildung die Gedenkstätte besuchen möchten, sprechen Sie uns gerne an.

 

Anmeldung von Gruppen

Für eine Buchungsanfrage zu geführten Rundgängen und Werkstatt-Formaten füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie uns eine E-Mail an info@gedenkstaette-moringen.de. Für die Anmeldung benötigen wir von Ihnen folgende Angaben:

  • Art der gewünschten Veranstaltung
  • Terminwünsche mit Zeitangaben (bitte mindestens zwei alternative Termine angeben) und auch wie viele Termine Sie brauchen
  • Name, Anschrift und Kontaktdaten (E-Mail-Adresse, Telefonnummer) der Institution und der Ansprechperson sowie eine Rechnungsadresse
  • Informationen zur Gruppe: Alter/Jahrgangsstufe, Anzahl der Teilnehmenden, Anzahl der Begleitpersonen (für alle angefragten Gruppen und Termine)
  • Gibt es Informationen über die Gruppe, die unsere Guides wissen müssen, um einen sensiblen Umgang mit den in Moringen besprochenen Themen zu gewährleisten? Es ist unser Anspruch, mit den Bildungsinhalten und den Vermittlungsmethoden, die wir auswählen, niemanden zu überfordern und einen sicheren Ort für Austausch und selbstentdeckendes Lernen zu schaffen. Teilen Sie uns daher bitte mit, wenn wir in der Gruppe auf individuelle Bedürfnisse, Sprachbarrieren, Aufmerksamkeitsschwierigkeiten oder traumatische Erfahrungen achten sollen. Dabei möchten wir nur einen Hinweis, auf welche Bedürfnisse wir allgemein bei der Gruppe achten sollen, und nicht wen dies explizit betrifft.

Kosten

Für die geführten Bildungsformate erheben wir folgende Gebühren. Im Anschluss erhalten Sie eine (Sammel-)Rechnung an die angegebene Rechnungsadresse.

 Gruppengröße bis 15 Personen  Gruppengröße 16 bis 30 Personen
Geführter Rundgang  50€ (ermäßigt 30€)70€ (ermäßigt 50€)
Werkstatt60€ (ermäßigt 40€)80€ (ermäßigt 60€)
Studientag70€ (ermäßigt 50€)90€ (ermäßigt 70€)

*Ermäßigt sind: Schüler*innen, Studierende, Auszubildende

 

 


Unsere Orte

Torhaus

Das Torhaus (Lange Straße 58) ist der Verwaltungssitz der KZ-Gedenkstätte Moringen. Bei dem denkmalgeschützten Gebäude handelt es sich um ein Torhaus aus der ehemaligen Stadtbefestigung Moringens. Heute wird es als Büro, Archiv und Bibliothek genutzt. Alle Führungen und Workshopformate starten an diesem Treffpunkt.

Ehemalige KZ-Kommandantur

Das ehemalige Konzentrationslagergelände befindet sich etwa zweihundert Meter vom Torhaus entfernt auf dem Gelände des Maßregelvollzugszentrums Niedersachsen (MRVZN), einer forensischen Psychiatrie und Psychotherapie. Ein Teil der Führung findet im ehemaligen Kommandanturgebäude des KZ in der Lange Straße 32 statt. Das Gebäude kann nur in Begleitung von Mitarbeiter*innen der KZ-Gedenkstätte Moringen betreten werden.

Stadtfriedhof Moringen - Ort der Erinnerung

Auf dem städtischen Friedhof ruhen die jugendlichen KZ-Häftlinge, die zwischen Juni 1942 und Juni 1945 in Moringen beigesetzt wurden. Unweit dieser Gräber liegen die Opfer von rassistischer Ausbeutung und Zwangsarbeit bestattet. Daneben diejenigen, die an den Folgen der Verschleppung, den schlechten Lebensbedingungen und der mangelnden Versorgung noch Jahre später litten und starben. Sie lebten im örtlichen Lager für Displaced Persons. 

Heute entsteht hier der Ort der Erinnerung. Das virtuelle Gedenkbuch erinnert an die Lebensgeschichten der Toten.