Stolpersteinverlegung am 02.10.2026

Erste Stolpersteine für Moringen

Am 02.10.2026 wurden die ersten Stolpersteine in der Stadt Moringen verlegt. Sie erinnern an sechs Menschen aus den Familien Rothschild und Meyerstein, die durch den Boykott jüdischer Geschäfte aus Moringen vertrieben oder von hier aus deportiert wurden. 

Die Stolpersteine erinnern an Sarah Rothschild, ihren Sohn Willi und seine Frau Hildegard sowie ihren Enkel Herbert, die bis zu ihrer Deportation 1942 in Moringen in der Neuen Straße lebten. Weitere Stolpersteine erinnern an das Ehepaar Hermann und Clara Meyerstein, die in der Langen Straße lebten und ein Kaufhaus betrieben. Sie wurden zum Verkauf gezwungen und wurden ins Ghetto Theresienstadt deportiert. 

Sowohl von der Familie Rothschild noch von der Familie Meyerstein hat niemand die nationalsozialistische Verfolgung überlebt. 

Initiiert wurde die Verlegung von Stefan von Huene und Schüler*innen der KGS Moringen. Die Bürgermeisterin Heike Müller-Otte und der Rat der Stadt Moringen unterstützten das Projekt einstimmig. 


Studienfahrt nach Oswiecim und Krakau vom 12.09. bis 19.09.2026

Am 12.09.2026 startete eine Gruppe junger Erwachsener aus Moringen und dem Landkreis Northeim im Rahmen einer Studienfahrt der KZ-Gedenkstätte Moringen nach Oswiecim in Polen, um die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu besuchen. 

Die Teilnehmenden hatten sich im Vorfeld der Fahrt auf einem Vorbereitungsseminar in der Bildungsstätte Hoher Hagen gründlich auf die Fahrt und da anspruchsvolle Programm vorbereitet.

Die Gruppe war fünf Tage in der Stadt Oswiecim (Auschwitz) und besuchte mehrere Führungen und Workshops auf dem Gelände der ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz I (Stammlager) und Auschwitz II (Birkenau). Im Gegensatz zu den regulären Tagesbesuchenden der Gedenkstätte, war es den Teilnehmenden möglich, das Gelände auch nach eigenen Interessensschwerpunkten zu erkunden. An zwei Tagen beteiligte sich die Gruppe an praktischen Erhaltungsarbeiten in der Gedenkstätte. Besonders beeindruckend war die Begegnung mit Niusia Horowitz, einer Shoah-Überlebenden. Sie ist eine der letzten sogenannten “Schindler-Juden." Zum Abschluss veranstaltete die Gruppe in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau eine eigene kleine Gedenkfeier. Anschließend ging es noch für zwei Tage nach Krakau, um dort das Schindler-Museum und das jüdische Viertel Kasimierz zu besuchen. 

Die Erlebnisse und Eindrücke der Reise hat die Gruppe auch auf dem Instagram-Kanal der Gedenkstätte geteilt: https://www.instagram.com/moringenmemorial/ 

Geleitet wurde die Fahrt von Madita Hagen (hauptamtliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte) sowie Florian Heße-Weiß und Johanna Löber (ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Gedenkstätte und Lehrkräfte der KGS Moringen).

Gefördert wurde die durch: KJP des Bundes, die IBB gGmbH und die Bethe-Stiftung.


Hinweise zum Besuch der Gedenkstätte

Der Besuch der Gedenkstätte ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nur in Begleitung von Gedenkstättenpersonal und nach Anmeldung möglich. Wir bieten regelmäßig öffentliche Führungen an und organisieren auf Anfrage gerne individuelle Angebote für Gruppen. Weitere Informationen finden Sie hier.


Termine für öffentliche Führungen der KZ-Gedenkstätte Moringen

Sie haben Interesse den Ort und seine Geschichte kennenzulernen? Melden Sie sich gern für eine öffentliche Führung an. Der Rundgang dauert, je nach Interessen und Schwerpunkten ca. 2h.

  • Fr. 16.10.2026 um 15:30 Uhr
  • Sa. 24.10.2026 um 15 Uhr
  • Fr. 06.11.2026 um 15:30 Uhr
  • Sa. 14.11.2026 um 15 Uhr
  • Sa. 05.12.2026 um 15 Uhr

Treffpunkt ist das Torhaus der Gedenkstätte, Lange Str. 58, 37186 Moringen. 

Anmeldung erforderlich unter 05554/2520 oder per Email: info@gedenkstaette-moringen.de. Die Teilnahme ist kostenfrei, es  besteht die Möglichkeit zu spenden.

 


Stellungnahme der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V.

AfD-Bürgermeisterkandidat der Stadt Moringen möchte "Schlussstrich" für Erinnerungskultur

Link zu: Stellungnahme der Lagergemeinschaft zur Aussage vom 19.08.2026

Am 19.08.2026 fand im Vorfeld der niedersächsischen Kommunalwahlen, in der Moringer Stadthalle ein Lesertreff der HNA-Zeitung zur Vorstellung der Moringer Bürgermeisterkandidat*innen statt. Bei der Veranstaltung hat der AfD-Bürgermeisterkandidat, Thomas Voigt, auf die Frage, wie er zur KZ-Gedenkstätte Moringen steht geantwortet: “Irgendwann nach 80 Jahren ist auch mal gut.” Der Wunsch nach einem "Schlussstrich" und Abschaffung der Erinnerungskultur in Moringen ist leider sagbar geworden. Wir möchten diese Aussage nicht so stehen lassen und haben dazu eine Stellungnahme verfasst.