Comicworkshop zum Jugend-KZ

Vom Ereignis zur Bildergeschichte – ein Comicworkshop in der KZ-Gedenkstätte Moringen

Der zeitliche Abstand zum historischen Ereignis bedeutet eine zunehmende Herausforderung für die Gedenkstättenpädagogik. Die KZ-Gedenkstätte Moringen geht daher in ihrer pädagogischen Arbeit neue Wege. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte in Form von Comics bietet Jugendlichen einen ebenso kreativen wie persönlichen Zugang zum Thema. Zugleich lernen die Jugendlichen, dass Geschichte etwas „Gemachtes“ ist – aus einer Spurensuche vor Ort entsteht eine Bildergeschichte.

Im Rahmen der Göttinger und Northeimer Kinder- und Jugendbuchwoche der GEW fanden im November 2012 zwei Comicworkshops in der KZ-Gedenkstätte Moringen statt. Unter Anleitung der Berliner Künstlerin Elke R. Steiner brachten 40 Schüler*innen der Haupt- und Realschule Bovenden und der Kooperativen Gesamtschule Moringen ihre Eindrücke zum Jugend-KZ zu Papier.

Nach einem historischen Rundgang leitete eine Lesung aus dem Jugendbuch „Paule Pizolka“ von Arnulf Zitelmann über zur Biografie eines Häftlings im Jugend-KZ Moringen. In vier Comicsequenzen setzten sich die Schüler*innen anschließend mit den Themen Haftgründe, Ankunft und Leben im Lager auseinander. Zusammen erzählen die Sequenzen jeweils die Geschichte eines Häftlings. Ziel war nicht eine perfekte künstlerische Darstellung, auch wenn einige Zeichnungen in dieser Hinsicht herausstechen. Ausnahmslos beeindrucken die Ergebnisse durch ihre eindringlichen Aussagen und Darstellungen der Thematik, nicht zuletzt durch eine sehr persönliche Herangehensweise der einzelnen Schüler*innen. Eine Auswahl der Zeichnungen war anschließend im Goethe-Institut in Göttingen zu sehen.

Die Resonanz der Jugendlichen, wie sie in einer Videodokumentation der New Yorker Künstlerin Michelle DeLateur festgehalten wurden, bestätigen uns in der Durchführung kreativer Projekte: „Das kann man sich einfach auch so besser so merken. Und man hat‘s halt selber auch mal gemalt und man kann sich so auch besser reinversetzen, wie‘s [den Häftlingen] früher gegangen ist.“ / „Wenn man das zeichnet, sieht man‘s dann halt direkt, und, ja, hat schon ‘ne gewisse Achtung davor, was man überhaupt zeichnet.“ Das Video „The Process“ befindet sich in englischer und deutscher Fassung auf der online-Plattform „Vimeo“ und ist auf der facebook-Seite der Gedenkstätte verlinkt. Ermöglicht wurde das Projekt durch die finanzielle Unterstützung Jugendstiftung des Landkreises Northeim.

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Veranstaltungsprogramm

Öffentliche Führung zu den Moringer Konzentrationslagern um 15:30 Uhr

Zwischen 1933 und 1945 war Moringen Standort von drei nacheinander bestehenden…

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Öffentliche Führung zu den Moringer Konzentrationslagern um 15:30 Uhr

Zwischen 1933 und 1945 war Moringen Standort von drei nacheinander bestehenden…

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Öffentliche Führung zu den Moringer Konzentrationslagern um 15:30 Uhr

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