KZ-Gedenkstätte Moringen

Geocache zum Jugend-KZ

„Verlorene Jugend“ – ein Geocaching-Projekt

Ein Schlagwort der Multimedia-Welt der 1990er Jahre war Infotainment – die Verbindung von Informationsvermittlung und Unterhaltung. Heute ermöglichen neue technische Systeme auch neue Formen der Vermittlung. Seit einiger Zeit erfreut sich Geocaching großer Beliebtheit. Hierbei geht es um die Suche einer in der Natur versteckten Box, deren Koordinaten im Internet veröffentlicht werden. Geocaching basiert auf dem Global Positioning System (GPS), das der Positionsbestimmung dient. GPS stellt die technische Voraussetzung für das Geocaching dar; nur mit seiner Hilfe kann das Versteck (frz. cache) der Box gefunden werden.

Geocaching ist ein Spiel zur Erkundung neuer oder bisher unbekannter Orte. Mit dem Geocaching-Projekt „Verlorene Jugend“ möchte die KZ-Gedenkstätte Moringen ausloten, inwieweit dieses Spiel gewinnbringend – und gleichzeitig dem historischen Gegenstand gegenüber angemessen – in der Vermittlung der Geschichte der Moringer Konzentrationslager eingesetzt werden kann. Als Partnerin für dieses Vorhaben wurde Annemarie Hühne, 2005-2006 Freiwillige an der Gedenkstätte, gewonnen. Im Rahmen ihrer Masterarbeit im Fach Public History an der Freien Universität Berlin entwickelte sie ein Konzept zum historischen Lernen mit Geocaching für die KZ-Gedenkstätte Moringen. Unter dem Titel „Verlorene Jugend“ legte sie darüber hinaus einen Cache zum Jugend-KZ Moringen mit vier Stationen an. Auf einer zentralen Internetseite wird der Cache mit einem kurzen Text zum historischen Geschehen präsentiert und die Aufgabe gestellt, deren Lösung die Koordinaten der nächsten Station ergibt.

Kommentare aus dem Besucherbuch des Caches:
Die geschichtlichen Hintergründe von Moringen sowie die KZ-Gedenkstätte waren mir bis dato tatsächlich unbekannt (...) Gegen das Vergessen, die Ignoranz und die Dummheit. Danke für diesen Cache!

Das Konzept von Annemarie Hühne zeigt, dass diese Form der spielerischen Wissensvermittlung nicht im Widerspruch zu gedenkstättenpädagogischen Überzeugungen steht. Geocaching am historischen Ort kann durchaus als entdeckendes und forschendes oder auch erlebnis- und erfahrungsorientiertes Lernen betrachtet werden. Die Beschreibung des Caches hilft dabei, die Distanz zur Vergangenheit zu verringern und ermöglicht so einen Zugang zum historischen Geschehen.

 

 

 

Zur Vertiefung

Annemarie Hühne: Mit Geocaching historisch lernen – Ein Konzept für die KZ-Gedenkstätte Moringen. Die Entwicklung eines eigenen Geocaches und Ideen zum Einsatz von Geocaching in der historischen Bildungsarbeit. Wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des akademischen Grades Master of Arts (M.A.) im Studiengang Public History an der Freien Universität Berlin. Berlin 2013.

Der Cache "Verlorene Jugend"

Link zur Beschreibung des Caches:

bit.ly/1JNQsRg

Erfolgreich...

Der Cache zum Jugend-KZ wurde inzwischen 101 mal geloggt (Stand: 4.1.2017).