KZ-Gedenkstätte Moringen

Mitten in der südniedersächsischen Kleinstadt Moringen bestanden zwischen 1933 und 1945 drei Konzentrationslager.

Moringen (ist) aufgrund seiner besonderen Geschichte ein Erinnerungsort mit exem- plarischem Charakter und von nationalem Rang. (F. Heiligenstadt)
Ich kann nur bewundern, dass sich heut´ junge Menschen dafür interessieren, was mit uns jungen Menschen damals geschehen ist. (K. Schindler)

In der KZ-Gedenkstätte Moringen arbeiten jugendliche Freiwillige gemeinsam mit ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen.

 

 

Wir nehmen uns Zeit, Ihren Besuch der Gedenk-stätte individuell zu planen. Gern beraten wir Sie auch über unsere ortsungebundenen Angebote.

Ich schätze besonders die engagierte Arbeit der Gedenkstätte mit Jugendlichen, um die Erinnerung an diesen Ort der Unterdrückung wachzuhalten. (S. Karnehm-Wolf)

Unser Archiv steht ehemaligen Häftlingen, Schülern und Forschenden offen. Eine
Datenbank erleichtert uns den Zugriff.

Anfragen von Angehörigen ehemaliger Häftlinge nehmen stetig zu. Schicksalsklärung ist ein wichtiges Feld unserer Arbeit. (D. Sedlaczek)

Neuigkeiten und Veranstaltungen

 

1939 - 2019 Der Beginn des Zweiten Weltkriegs Kriegs vor 80 Jahren

Der Luftangriff auf die polnische Stadt Wielun am 1. September 1939.

Moritz Tuch erinnert sich.

 

Ein Beitrag von Dietmar Sedlaczek

 

 

Freitag, 18. Oktober 2019, 16 Uhr

Öffentliche Führung zu Zeuginnen Jehovas im Frauen-KZ Moringen

Mit Jakob Fesca

Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen

Zu den im Nationalsozialismus verfolgten Opfergruppen gehören auch die Zeugen Jehovas. Aufgrund ihrer religiösen Überzeugung lehnten sie den Herrschaftsanspruch des nationalsozialistischen Staates ab. Trotz vieler Einschüchterungsversuche hielten die Zeugen Jehovas unbeeindruckt an ihren Glaubensgrundsätzen fest. Da sie keinem weltlichen „Heilbringer“ die Ehre erweisen wollten, verweigerten sie den Hitler-Gruß. Unter Berufung auf das christliche Gebot „Du sollst nicht töten“ verweigerten sie darüber hinaus den Kriegsdienst und die Arbeit in Rüstungsbetrieben. 10.000 von ihnen wurden in Gefängnissen und Konzentrationslagern eingesperrt. Im Frauen-KZ Moringen waren die Zeuginnen Jehovas die größte Häftlingsgruppe. Welche Hafterfahrungen machten die Zeuginnen Jehovas in Moringen? Wie sah der Alltag der Häftlinge aus? Was geschah mit den Zeuginnen Jehovas nach der Auflösung des Frauen-KZ im Jahr 1938, als viele von ihnen in das KZ-Lichtenburg und von dort später in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurden? Und was folgte nach der Befreiung und dem Ende der NS-Herrschaft?

 

Freitag, 25. Oktober 2019, 16 Uhr

Mitgliederversammlung der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V.

Ort: Ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32, Moringen

 

Treffen der Generationen 2019

Freitag, 25. Oktober - Samstag, 26. Oktober 2019

Das zweite „Treffen der Generationen“ bringt ehemalige Häftlinge, ihre Angehörigen und Nachfahren mit Schüler*innen und interessierten Menschen vor Ort zusammen.

1989 gründeten ehemalige Häftlinge und engagierte Bürger*innen die Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V. Ihre Aufgabe ist die Interessenvertretung der ehemaligen Häftlinge sowie die Vermittlung der Geschichte der Moringer Konzentrationslager im Rahmen einer Gedenkstätte. Mit den Treffen der Generationen möchten wir die Idee der Lagergemeinschaft weitertragen und auch den Angehörigen und Nachfahren der ehemaligen Häftlinge die Möglichkeit bieten, über ihre Erfahrungen mit der Geschichte ihrer Familie zu sprechen, sich mit anderen Nachkommen ehemaliger Häftlinge auszutauschen und die Erinnerung an die ehemaligen Häftlinge aufrechtzuerhalten.

Im Rahmen des Treffens werden die vier folgenden öffentlichen Veranstaltungen angeboten. Dabei werden auch Stationen der 30jährigen Geschichte des Vereins reflektiert und die Bedeutung der Lagergemeinschaft in den kommenden Jahren diskutiert werden.

 

Freitag, 25. Oktober 2019, 19.30 Uhr

„Gestohlene Jugend. Jugend-KZ’s im Nationalsozialismus"

Ein Film von Iris Berghöfer und Heiner Thimm

Ort: Katholisches Pfarrheim Moringen Tannenbergstr.1, linker Eingang

Mit viel Ruhe lässt der Film ehemalige Häftlinge der Jugendkonzentrationslager Moringen und Uckermark zu Wort kommen. Die inzwischen Achtzigjährigen erzählen wie sie als 15- oder 16-jährige Jugendliche von einem Tag auf den anderen aus dem Kreis ihrer Familien und Freund*innen heraus verhaftet wurden. Sie berichten von ihrer Ankunft im Lager, vom Häftlingsalltag, von Zwangsarbeit und Hunger, von Terror und drakonischen Strafen der SS und von der ganz persönlichen Not jedes Einzelnen in dieser von Rechtlosigkeit und Willkür geprägten Situation. Das Ende der Haft kam für die meisten von ihnen erst im Frühjahr 1945. Wenn sie sich heute erinnern, fällt ihr Blick auf eine gestohlene Jugend.

 

Samstag, 26. Oktober 2019, 10.30 Uhr

Historischer Rundgang zur Erinnerungskultur in Moringen

Mit Arne Droldner

Ort: Gräberfeld für die Opfer des Jugend-KZ, Friedhof Moringen

„Als wenn nie etwas gewesen wäre“. Mit diesen Worten beschrieb in den 1980er Jahren der ehemalige Häftling des Jugend-KZ Leopold Mraz die Situation in Moringen. Gegen große Widerstände begannen Menschen aus dem Ort und der Region mit der Aufarbeitung der Geschichte der Moringer Konzentrationslager, sie luden ehemalige Häftlinge ein, organisierten Zeitzeugengespräche, recherchierten in Archiven, erarbeiteten Dokumentationen, planten öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, setzten sich für ein Gedenken an die Opfer ein und entwickelten Pläne für die Errichtung einer Gedenkstätte. Der Prozess der Aufarbeitung entzündete sich an zahlreichen Ereignissen und er kann an verschiedenen Orten im Stadtraum beschrieben werden.

 

Samstag, 26. Oktober 2019, 14.00 Uhr 

Facetten der Erinnerung. Podiumsgespräche

Ort: Ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Straße 32, Moringen

1989 waren es die Erinnerungen ehemaliger Häftlinge der Moringer Konzentrationslager, die den Weg für die Gründung der Lagergemeinschaft bereiteten. Im Gespräch mit Zeitzeug*innen werden Facetten der Erinnerung aufgegriffen und Aspekte der familiären, intergenerationalen Bedeutung der thematisieren: U.a. werden wir einem ehemaligen Häftling des Jugend-KZ sprechen und mit einem alteingesessenen Moringer über seine Wahrnehmung des KZ als Kind. Der Sohn eines politischen Häftlings spricht darüber wie nach dem 2. Weltkrieg die Diffamierung politischer Häftlinge andauerte. Am Ende der Podiumsgespräche berichten Schüler*innen der KGS Moringen von ihrer Studienreise in die Gedenkstätte Auschwitz und sprechen darüber, was für sie heute Erinnerungsarbeit bedeutet. 

 

Samstag, 26. Oktober 2019, 16.00 Uhr

Öffentliches Gedenken an die Opfer der Moringer Konzentrationslager mit anschließender Kranzniederlegung

Ort: Gedenktafel an der ehemaligen Kommandantur, Lange Straße 32, Moringen

 

Samstag, 9. November 2019, 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr

„Die Besserung“

Theaterstück zum Jugend-KZ Moringen von „stille hunde theaterproduktionen“ in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Moringen.

Öffentliche Aufführung. Eintritt 8 €

Veranstalter: Ev. Kirchengemeinde Leine-Weper

Ort: Liebfrauenkirche Moringen, Kirchstraße 2

Im Mittelpunkt des Klassenzimmerstücks „Die Besserung“ steht das Leben des vierzehnjährigen Franz, der 1942 bei den NS-Jugendbehörden als „Herumtreiber“ und „Pubertätsversager“ aktenkundig wird und nach zwei Fluchtversuchen aus dem Jugendheim in das Jugend-KZ Moringen überstellt wird. Die Geschichte des Häftlings Franz ist eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der zwei Söhne sich über das aus Scham von ihren Vätern lange verschwiegene Geheimnis der KZ-Haft austauschen. Mühsam tragen sie das Wissen über die Geschichte des Jugend-KZ zusammen, über das sie von ihren Vätern nichts erfahren hatten. 

 

Donnerstag, 28. November 2019, 19.30 Uhr

1989 mal vier. Kontinuitäten, Brüche und Perspektiven in der Erinnerung an Nationalsozialismus, deutsche Teilung und Migration.

Es diskutieren Vertreter*innen des Museums Friedland, der KZ-Gedenkstätten Mittelbau-Dora und Moringen sowie des Grenzlandmuseums Eichsfeld.

Eine Veranstaltung des Verbunds Zeitgeschichte im Zentrum.

Ort: Grenzlandmuseum Eichsfeld, Duderstädter Straße 7-9, Teistungen

 

Freitag, 22. November 2019, 14.00 Uhr

Führung zur jüdischen Geschichte Moringens

Mit Uwe Reinecke

Ort: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen

Bereits 1938 existierte in Moringen keine jüdische Gemeinde mehr. Wie kam es dazu? Und was war das Schicksal der Moringer Juden? Zahlreiche Gebäude erzählen vom vielfältigen jüdischen Leben der Stadt. Es fand seine erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1577, seit dem war es ein reichhaltiger Bestandteil der städtischen Gemeinschaft. Mit der NS-Zeit fand dieser Teil des Moringer Alltags ein jähes Ende. Der historische Rundgang beginnt bei der 1971 abgerissenen Schule. Weitere Stationen sind Wohn- und Geschäftshäuser ehemaliger jüdischer Bürger und die 1838 errichtete Synagoge. Den Abschluss des Rundgangs bildet der jüdische Friedhof. Der Rundgang dauert etwa zwei Stunden. Männliche Teilnehmer werden gebeten, für den Besuch des jüdischen Friedhofs eine Kopfbedeckung mitzunehmen.

 

Freitag, 24. Januar 2020, 15 Uhr

Von der Demokratie zur Diktatur. Das Männer-KZ Moringen

Öffentliche Führung mit Hans Helms

Ort: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen

Am 11. April 1933 richteten die Nationalsozialisten in Moringen ein Konzentrationslager ein. Es gehörte zu den ersten Repressionsinstrumenten der sich etablierenden NS-Diktatur. Bei den Häftlingen handelte es sich um Männer aus der Arbeiterbewegung und der politischen Linken. Sie stammten aus dem Norddeutschen Raum, viele auch aus der Region zwischen Leine und Harz, u.a. aus Uslar, Hann. Münden, Hilwartshausen, Goslar, Bad Lauterberg, Osterode und Göttingen. Bis zum Sommer 1933 kamen die Wachmannschaften aus der Polizei, dann wurden sie von der SS abgelöst. Im Juni 1933 traten Häftlinge in einen Hungerstreik. Damit wollten sie nicht nur gegen die Bedingungen der Haft demonstrieren, sondern auch auf die Gesetzlosigkeit der Haft selbst hinweisen und zugleich ein rechtstaatliches Verfahren anmahnen. Zum Ende des Jahres 1933 wurden die Häftlinge in Polizeiaufsicht entlassen oder in andere Konzentrationslager überstellt. Auch nach dem Ende ihrer Haft haben sich viele von ihnen nicht einschüchtern lassen und zurückgezogen, sondern sind weiter politisch aktiv geblieben und entsprechend wiederholt Opfer von Verfolgung und Haft geworden, einige auch über 1945 hinaus. Zu den Besonderheiten des frühen KZ Moringen gehört auch, dass es eine Schutzhaftabteilung für Frauen gab, aus der im Oktober 1933 das Frauen-KZ Moringen hervorging.

 

Montag, 27. Januar 2020, 19.30 Uhr 

Katja Sturm-Schnabl. Eine Zeitzeugin und Wissenschaftlerin im interkulturellen Dialog. 

Ort: Altes Rathaus, Markt 9, Göttingen

Eine Veranstaltung des Göttinger Bündnisses "27. Januar. Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus".

1942 erlebte Katja Sturm-Schnabl als Kärntner Slowenin die Deportation ihrer Familie. Damals war sie sechs Jahre alt. Es folgte eine dreieinhalbjährige Lagerhaft, die ihre Schwester nicht überlebte. Nachdem Krieg kehrte die Familie nach Kärnten zurück. Katja Sturm-Schnabl holte die Schulausbildung nach, studierte Slawistik, später folgten Promotion und Habilitation. Seit 1984 lehrte und forschte sie an der Universität Wien. Ihr Forschungsgebiet ist die südslawische Literatur- und Kulturgeschichte und deren Bedeutung im Dialog von Minderheit und Mehrheitsgesellschaft in Österreich.
Nach einem einführenden Vortrag von Frau Prof. Dr. Katja Sturm-Schnabl folgt ein Gespräch zwischen der Referentin und Dr. Dietmar Sedlaczek.

 

Donnerstag, 30. Januar 2020, 18.00 Uhr

Wir erinnern!

Ort: KGS Moringen, Waldweg 30, Moringen

Schüler*innen der KGS Moringen berichten über ihre Reise in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz im September 2020. Die Veranstaltung steht im Zeichen des Gedenkens an die ehemaligen jüdischen Bürger*innen Moringens und an die aus Moringen nach Auschwitz deportierten Häftlinge des Jugend-KZ.

Eine Veranstaltung der KGS Moringen in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Moringen

 

31. August – 7. September 2019

Studienreise für Jugendliche und junge Erwachsen nach Oświęcim (Auschwitz) und Krakau

Für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 17-25 Jahren bietet die KZ-Gedenkstätte Moringen eine Studienreise nach Polen an. Im Mittelpunkt der Fahrt steht ein Aufenthalt in der Gedenkstätte Auschwitz. Neben Führungen durch das Stammlager und Auschwitz-Birkenau gehört ein Arbeitseinsatz zum Erhalt des Gedenkortes zum Programm. Ein Workshop zum Thema medizinische Experimente ergänzt die inhaltliche Beschäftigung mit der Geschichte des Vernichtungsortes. Auch die nahe dem ehemaligen Konzentrationslager gelegene Stadt Oświęcim (Auschwitz) werden die Teilnehmer besuchen und dort das einstige Zentrum des jüdischen Lebens erkunden. Im Rahmen eines eintägigen Ausflugs besteht die Gelegenheit, Krakau und die Schindler-Fabrik zu besichtigen. Nähere Angaben zum Programm finden sich auf der Website der Gedenkstätte.

Die Teilnahme an der Reise setzt die Bereitschaft zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus voraus.

Geleitet wird die Studienreise von Arne Droldner( KZ-Gedenkstätte Moringen) und Stefan v.Huene (KGS Moringen).

Der Teilnehmerbeitrag beträgt 200 €.

Informationen und Anmeldung als Download

Für weitere Informationen und Anmeldungen:

Stefan v. Huene, stefan.von.huene@kgsmoringen.com, 05554/9956258 oder KZ-Gedenkstätte Moringen,

info@gedenkstaette-moringen.de, 05554/2520

 

 

 

 

Pressemitteilung

AG Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager gegründet

 

Erklärung vom 13.12.2018

Gedenkstätten zur Erinnerung an die NS-Verbrechen in Deutschland rufen auf zur Verteidigung der Demokratie 

 

 

 

 

Neue Ausstellung und Präsentation

Präsentation und Ausstellung zur Ankunft der Häftlinge und Einführung in die Geschichte der Moringer Konzentrationslager