KZ-Gedenkstätte Moringen

Veranstaltungsarchiv

Veranstaltungsprogramm September 2016 - Januar 2017

 

Veranstaltungsprogramm 1. Halbjahr 2016

Veranstaltungsprogramm 2. Halbjahr 2015

2017

Freitag, 16. Juni 2017, 16 Uhr

Führung zu Zeuginnen Jehovas im Frauen-KZ Moringen

Mit Jakob Fesca (Bitte anmelden)

Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58 Zeugen Jehovas gehörten zu frühen Opfern des NS-Systems. Aufgrund ihrer religiösen Überzeugung lehnten sie den Nationalsozialismus ab. Trotz vieler Einschüchterungsversuche hielten die Zeugen Jehovas unbeeindruckt an ihren Überzeugungen fest. Da die sie keinem weltlichen "Heilbringer" die Ehre erweisen wollten, verweigerten sie den Hitler-Gruß. Unter Berufung auf das christliche Gebot "Du sollst nicht töten" verweigerten sie auch den Kriegsdienst und die Arbeit in Rüstungsbetrieben. 10.000 von ihnen wurden in Gefängnissen und Konzentrationslagern eingesperrt. Im Frauen-KZ Moringen waren die Zeuginnen Jehovas die größte Häftlingsgruppe. Welche Hafterfahrungen machten die Zeuginnen Jehovas in Moringen? Wie sah der Alltag der Häftlinge aus? Was geschah mit den Zeuginnen Jehovas nach der Auflösung des Frauen-KZs im Jahr 1938 als viele von ihnen in die Lichtenburg von dort später in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurden? Und was folgte nach der Befreiung?

 

Sonntag, 21. Mai 2017, 10 Uhr 30

Internationaler Museumstag „Spurensuche, Mut zur Verantwortung“

Stadtrundgang zur Geschichte der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V.
Zeitraum: 10.30-12.30
Treffpunkt: Lange Str. 58

„Als wenn nie etwas gewesen wäre“

Stadtrundgang zu Stationen der NS-Vergangenheitsbewältigung in Moringen
„Als wenn nie etwas gewesen wäre“. Mit diesen Worten beschrieb in den 1980er Jahren der ehemalige Häftling des Jugend-KZ Leopold Mraz die Situation in Moringen. Gegen große Widerstände begannen Menschen aus dem Ort und der Region mit der Aufarbeitung der Geschichte der Moringer Konzentrationslager, sie luden ehemalige Häftlinge ein, organisierten Zeitzeugengespräche, recherchierten in Archiven, erarbeiteten Dokumentationen, planten öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, setzten sich für ein Gedenken an die Opfer ein und entwickelten Pläne für die Errichtung einer Gedenkstätte. Der Prozess der Aufarbeitung entzündete sich an zahlreichen Ereignissen und er kann an verschiedenen Orten im Stadtraum beschrieben werden. Zu diesen führt der Stadtrundgang. Mit Hilfe von Dokumenten und Fotos werden die Ereignisse der 1980er Jahre nachgezeichnet. Sichtbar werden Konflikte und Widerstände gegen die Aufarbeitung, aber auch der Mut von Menschen, Verantwortung für die Vergangenheit zu übernehmen.

 

Donnerstag, 11. Mai 2017, 18 Uhr 

Öffentliche Führung zum jüdischen Leben in Moringen 

Mit Uwe Reinecke (Bitte anmelden) 
Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58 
Auch wenn es heute in Moringen keine jüdische Gemeinde mehr gibt, so erzählen dennoch einige Gebäude viel vom leider vergangenen jüdischen Leben dieser Stadt. Mit der Nazizeit fand dieser Teil des Moringer Alltags ein jähes Ende. Es soll aufgezeigt werden, dass das Judentum sich dennoch nicht auf Verfolgung und Ermordung beschränken lässt, sondern seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Amt Moringen im Jahr 1577 ein reichhaltiger Bestandteil der städtischen Gemeinschaft war. Der historische Rundgang beginnt bei der 1971 abgerissenen Moringer Schule, die bis 1921 über eine einklassige Jüdische Volksschule verfügte. Weitere Stationen sind Wohn- und Geschäftshäuser ehemaliger jüdischer Bürger und die 1838 errichtete Synagoge. Den Abschluss des Rundgangs bildet der jüdische Friedhof am Hagenberg, auf dem zwischen 1756 und 1934 Beerdigungen der jüdischen Bürger stattfanden. Der Rundgang wird etwa zwei Stunden dauern. Die Herren werden gebeten für den Besuch des jüdischen Friedhofs eine Kopfbedeckung mitzunehmen 

Öffentliche Führung zum Jugend-KZ und durch die neue Ausstellung 

Mit Nina Eimer 

Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen ihre These, wonach Kriminalität und „Asozialität“ erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen. 

Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen 
Eine Veranstaltung im Rahmen Programmes Kulturbonus Südniedersachsen

Freitag, 10. März 2017, 15.30 Uhr

Präsentation und Ausstellung im Eingang der ehemaligen Kommandantur - Ankunft der Häftlinge und Einführung in die Geschichte der Moringer Konzentrationslager.

Öffentliche Führung.

Ort: ehemalige Kommandantur, Lange Str. 32.

Um Anmeldung wird gebeten: info@gedenkstaette-moringen.de oder 05554-2520.

Freitag, 10. März 2017, 16.30 Uhr

Präsentation und Ausstellung im Eingang der ehemaligen Kommandantur - Ankunft der Häftlinge und Einführung in die Geschichte der Moringer Konzentrationslager.

Öffentliche Führung.

Ort: ehemalige Kommandantur, Lange Str. 32.

Um Anmeldung wird gebeten: info@gedenkstaette-moringen.de oder 05554-2520.

 

 

Freitag, 10. Februar bis Sonntag, 12. Februar 2017

 

Befreit, aber nicht in Freiheit. Wege zurück ins Leben

Seminar in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft niedersächsischer Gedenkstätten und Initiativen zur Erinnerung an die NS-Verbrechen.

Programm und Anmeldung

 

Donnerstag, 26. Januar 2017, 19.30 Uhr

Die Besserung - stille hunde theaterproduktionen

Nach Berichten ehemaliger Häftlinge des Jugendkonzentrationslagers Moringen

Musik von Bernd Eberhardt

Ort: St. Johannis, Johanniskirchhof, 37073 Göttingen

Als die Jugendlichen Wilhelm und Franz 1942 im Konzentrationslager Moringen inhaftiert werden, schwören sie sich Freundschaft. Der Terror des Lagers trennt sie. Fünfzig Jahre später schreibt Franz auf dem Sterbebett einen Brief an den einstigen Mithäftling. Was er nicht weiß: Wilhelm ist längst verstorben. Der Brief, der nicht zugestellt werden kann, erweist sich als schweres Erbe für die Söhne der beiden ehemaligen KZ-Häftlinge. Zwei Männer, die sich vorher nie begegnet sind, beginnen, über die Jugend ihrer Väter in der NS-Zeit zu sprechen.

Das rund einstündige Stück, das in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Moringen entstand, ruft die Geschichte des Lagerortes Moringen ins Bewusstsein und greift mit einem Fallbeispiel aus der regionalen Geschichte das Thema „Jugend im faschistischen Deutschland“ auf. Die Aufführung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihen anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust statt. Bernd Eberhardt, Leiter der Stadtkantorei Göttingen, wird eigens für diese Vorstellung am Klavier Szenenmusik improvisieren.

Weitere Informationen: St. Johannis Göttingen 

https://johannis-goettingen.wir-e.de/veranstaltungen

 

Samstag, 28. Januar 2017, 20.00 Uhr

Konzert zum Holocaustgedenktag 

Die Grenzgänger 

Und weil der Mensch ein Mensch ist. Lager – Lieder – Widerstand 

Ort: Muthaus-Saal, Hardegsen 

Eintritt: 10 Euro 

Die Grenzgänger feiern den Mut und die Zivilcourage der vielen tausend Menschen, die sich gegen eine unmenschliche Diktatur wehrten. Sie singen und spielen Lieder und Texte aus den Lagern und Gefängnissen des NS-Staates und dem Widerstand gegen das Hitler-Regime. Angefangen vom Lied der „Moorsoldaten“ bis zum „Buchenwaldlied“ führen die Lieder mitten hinein in die Gedanken und Gefühle der Gefangenen, zeigen ihren Überlebenswillen und sind Ausdruck einer humanitären Gesinnung. Arrangiert für Cello, Akkordeon und zwei Gitarren, mit Geschichten rund um die Lieder und ihre Verfasser. 

Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Moringen in Kooperation mit der Initiative Kunst und Kultur Northeim e.V.

 

Mittwoch, 11. Januar 2017, 15.30 Uhr

Erzählcafé

Eine Familiengeschichte. Mein Großvater war SS-Mann in einem Konzentrationslager

Mit: Daniel Manwire und Dr. Dietmar Sedlaczek. Moderation: Dr. Hartmut Wolter (Freie Altenarbeit Göttingen)

Ort: Gemeindehaus St. Paulus, Wilhelm-Weber-Str. 15, Göttingen

Was hat der Nationalsozialismus mit uns zu tun? Erinnern in der zweiten und dritten Generation in deutschen Familien. Auch wenn die historischen Ereignisse bereits mehr als 70 Jahre zurückliegen, wirken sie bis heute nach. Daniel Manwires Großvater war SS-Mann im Jugend-KZ Moringen und Dr. Dietmar Sedlaczek betreut in seiner Funktion als Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen Anfragen aus der Enkel-Generation. Eher beiläufig erfuhr Daniel Manwire von der Geschichte seines Großvaters. Um Gewissheit zu erlangen, startete er eine aufwendige und langjährige historische Recherche. Die Familie kam zusammen, um das Ergebnis zu diskutieren und zu besprechen, wie damit umzugehen sei. So entstand der Wunsch, Kontakt zu den ehemaligen Häftlingen des Jugend-KZ Moringen aufzunehmen.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Freien Altenarbeit Göttingen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bündnis 27. Januar - Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“.

 

2017

Dienstag, 17. Januar 2017, 18.15 Uhr

Nazi Occupation and the Holocaust in Ukraine. History and Memory.

Vortrag von Mikhail Tyaglyy, Ukrainian Center for Holocaust Studies

Einleitung und Moderation: Viola von Cramon.

Ort: Platz der Göttinger Sieben 5, Raum ZHG 007, 37073 Göttingen

Die Ukraine stellte ein wichtiges Zentrum jüdischen Lebens in Osteuropa dar. Im Jahr 1941 lebten auf dem heutigen ukrainischen Staatsgebiet 2,7 Millionen Juden. Die meisten von ihnen wurden während der nationalsozialistischen Besatzung der Jahre 1941-44 ermordet. In Deutschland ist über den Holocaust in der Ukraine allerdings nur wenig bekannt. Welche Bedeutung haben Orte wie z.B. Babyn Jar, Rawa-Ruska oder Schytomyr? Was wissen wir über die Opfer? Wer waren die Täter? Gab es nach dem Ende der Besatzungszeit jüdisches Leben in der Ukraine? Wie steht es um die Aufarbeitung des Holocaust heute und welche Bedeutung haben dabei zivilgesellschaftliche Initiativen? Antworten auf diese Fragen soll der Vortrag des Historikers Mikhail Tyaglyy vom Ukrainian Center for Holocaust Studies geben.

Die Veranstaltung wird gemeinsam von der KZ-Gedenkstätte Moringen, dem AStA der Georg-August-Universität Göttingen sowie dem Göttinger Arbeitskreis zur Ukraine durchgeführt Der Vortrag ist in englischer Sprache.

Samstag, 12. November 2016 und Samstag, 26. November 2016 Busfahrten zu Stätten von Zwangsarbeit im NS im Landkreis Northeim

Mit Günther Siedbürger
Zwangsarbeit von Ausländerinnen und Ausländern während des Zweiten Weltkrieges war das nationalsozialistische Kriegsverbrechen mit dem größten Umfang und der tiefsten Integration in den Alltag der heimischen Bevölkerung. Auf zwei Busfahrten werden Stätten von NS-Zwangsarbeit im heutigen Landkreis Northeim erkundet und ihre historische Dimension sichtbar gemacht. So werden Orte des Alltags erkennbare Zeichen der NS-Geschichte. Der Besuch verschiedener Schauplätze von NS-Zwangsarbeit in der Region wird die Vielfältigkeit des Zwangsarbeitseinsatzes konkret erfahrbar machen, wo die Zwangsarbeitenden das tägliche Bild in Dörfern und Städten prägten und die deutsche Kriegswirtschaft unfreiwillig vor dem Zusammenbruch bewahrten. Mithilfe von Kurzvorträgen und (soweit vorhanden) Fotos und Schriftdokumenten wollen wir uns auf den verschiedenenStationen der Fahrt Antworten auf die Frage nähern, was Zwangsarbeit von Ausländerinnen und Ausländern im Deutschen Reich wirklich bedeutete. Dies geschieht im unmittelbaren Gegenwartsumfeld dieser historischen Handlungsorte. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Eine Kooperation der KZ-Gedenkstätte Moringen mit dem Ausstellungsprojekt ‚Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945‘.

Die Veranstaltung wird gefördert vom LAP des Landkreises Northeim.

Veranstaltungsflyer

Samstag, 26. November 2016, 11.00 Uhr

Fahrt 2: Westlicher Teil des Landkreises NortheimDauer: Fünfeinhalb bis sechs StundenAbfahrt: Uslar, Parkplatz Graftplatz Kosten: 5 €Fahrtziele werden voraussichtlich u.a. Uslar, Dassel, Einbeck, Moringen, Volpriehausen und Hardegsen sein. Inhaltlich wird es u.a. um Zwangsarbeit in der Landwirtschaft, in der Rüstungsindustrie, für reichseigene Unternehmen und von Insassen eines Konzentrationslagers gehen. Unterwegs ist eine Kaffeepause vorgesehen. Bitte bringen Sie sich Ihre warmen Getränke mit; für Kuchen wird gesorgt. An einzelnen Stationen werden eventuell Wege zu Fuß zurückgelegt.

Samstag, 12. November 2016, 11.00 Uhr
Fahrt 1:
Östlicher Teil des Landkreises Northeim
Dauer: Fünfeinhalb bis sechs Stunden
Abfahrt: Northeim, Parkplatz Mühlenanger
Kosten: 5 €
Fahrtziele werden voraussichtlich u.a. Northeim, Salzderhelden, Kreiensen, Bad Gandersheim und Echte sein. Inhaltlich wird es u.a. um Zwangsarbeit im Eisenbahnbereich, in der Rüstungsindustrie, im städtischen Handel und in der Landwirtschaft sowie um ein Außenkommando des KZ Buchenwald gehen. Bitte, bringen Sie sich warme Getränge. Für Kuchen wird gesorgt. An einzelnen Stationen werden eventuell Wege zu Fuß zurückgelegt. Nähere Informationen und Anmeldung: 05554/2520, info@gedenkstaette-moringen.de

 

Freitag, 11. November 2016, 16.00 Uhr
Mitgliederversammlung der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V.
Ort: ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32, Moringen

Freitag, 11. November 2016, 18.30 Uhr
Einlass: ab 18.00 Uhr
Vortrag: Das Jugendkonzentrationslager und der spätere Vernichtungsort Uckermark - ein Einblick
Referentinnen: Anja Becker und eine weitere Referentin der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V.
Das ehemalige Konzentrationslager für weibliche Jugendliche und der spätere Vernichtungsort Uckermark zählen zu den vergessenen Lagern des Nationalsozialismus. Die Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark arbeitet seit über 10 Jahren daran, die Geschichte des Lagers zu erforschen, Kontakt zu Überlebenden zu suchen und zu erhalten und in Abstimmung mit diesen auf dem Gelände einen würdigen Gedenkort zu gestalten, eine antifaschistische Erinnerungskultur zu stärken und staatliche Erinnerungspraxen kritisch zu hinterfragen. Mit ihrem Vortrag wollen die Referentinnen einen Einblick in die Geschichte der beiden Lager geben und die Arbeit der Initiative vorstellen.
Ort: ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32, Moringen

 

 

Samstag, 1. Oktober 2016, 10.00 Uhr
8. Erinnerungskonferenz des Netzwerkes Topographie der Erinnerung in SüdniedersachsenHeimat in der Fremde – Zwangsarbeiter, Vertriebene und Flüchtlinge in Deutschland nach 1945Ort: Goslar, Jugendherberge, Rammelsberger Str. 25, 38644 Goslar

Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa und in Deutschland schauen wir zurück in die unmittelbaren Nachkriegsjahre. Europa und Deutschland waren durch den Krieg zerstört. Millionen Menschen befanden sich auf der Flucht, irrten als Verschleppte heimatlos herum, warteten als Kriegsgefangene auf ihre Entlassung. Im Mai 1945 lebten auf dem Gebiet des späteren Niedersachsen etwa 300.000 befreite Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen und Menschen, die aus den Konzentrationslagern befreit worden waren. Hinzu kamen mehr als 1,8 Mio. Flüchtlinge und Vertriebene, die einen Zuwachs der Wohnbevölkerung um beinahe 50% darstellten. Im Vergleich zur aktuellen Situation stellte jener rasante Bevölkerungszuwachs ein wirkliches Problem dar. In der Nachkriegszeit fehlte es allen an Wohnung, Nahrung, Kleidung und Heizung. Die Bevölkerung musste zusammenrücken und mit den Schutzsuchenden teilen. An den Beispielen Goslar und Moringen zeigen wir, welche Anstrengungen Politik, Verwaltung und Bevölkerung unternahmen, Flüchtlinge und Vertriebene zu versorgen. Während die einen integriert wurden, warteten die anderen auf die Rückkehr in ihre Heimatländer oder die Emigration in ein sicheres Drittland. Dabei waren die Fremden Ressentiments und Vorurteilen sowie bürokratischen Hürden und manchen zwischenmenschlichen Schikanen ausgesetzt. Neben Anfeindungen und Ablehnung erlebten sie aber auch Menschlichkeit.

Um Anmeldung wird bis zum 23. September gebeten.

Verpflegungspauschale: 10 €

Veranstaltet in Kooperation mit dem Verein Spurensuche Harzregion e.V.

Flyer zur Veranstaltung

Samstag, 22. Oktober 2016, 15.00 Uhr
Öffentliche Führung zum Jugend-KZ Moringen
Mit Hans Helms
(Bitte anmelden)
Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen

Entlang des ehemaligen KZ-Geländes und durch die ehemalige SS-Kommandantur geht es zum Gräberfeld der jugendlichen KZ-Häftlinge. Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen, ihre These, wonach Kriminalität und „Asozialität“ erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen.
Nähere Informationen und Anmeldung:
05554/2520, info@gedenkstaette-moringen.de

 

 

Sonntag, 11. September 2016, 11.00 Uhr
Tag des offenen Denkmals
Rundgang über das ehemalige Lagergelände des KZ-Moringen.
Auf der Grundlage historischer Dokumente und Interviews in Szene gesetzt und gespielt von stille hunde theaterproduktionen und Schüler_innen der KGS Moringen.Der Rundgang wird geführt von Arne Droldner.
Treffpunkt: Ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32
Der Tag des offenen Denkmals 2016 steht unter dem Motto „Gemeinsam Denkmäler erhalten“. Dies gilt umso mehr, wenn nicht nur das Baudenkmal, sondern auch seine Geschichte bedeutend ist. Im Mittelpunkt des szenischen Rundgangs steht der Gebäudekomplex des ehemaligen Konzentrationslagers Moringen. Das in der NS-Zeit als Kommandantur genutzte Gebäude wurde im 18. Jahrhundert als Waisenhaus errichtet. Im 19. Jahrhundert kam es zu baulichen Erweiterungen für ein Werk- und Arbeitshaus. Dies bestand bis 1944 fort, parallel zu den Konzentrationslagern, die in diesen Gebäuden zwischen 1933 und 1945 existierten. Bis 1951 wurden sie als DP-Camp genutzt. Heute befindet sich hier das Maßregelvollzugszentrum Moringen. Seit 1986 erinnert ein Gedenkraum in der ehemaligen Kommandantur an die Geschichte dieses Gebäudes. Der Verein Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V. betreibt seit 1993 die KZ-Gedenkstätte Moringen, die diese Geschichte erforscht und dokumentiert und im Rahmen ihrer Bildungsarbeit vermittelt.

Eine Kooperation mit stille hunde theaterproduktionen und der KGS Moringen.
Einlass ab 10.30 Uhr. Bitte anmelden: 05554/2520, info@gedenkstaette-moringen.de

Mittwoch, 8. Juni 2016, 17.00 Uhr
Öffentliche Führung zum Jugend-KZ Moringen

Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen ihre These, wonach Kriminalität und „Asozialität“ erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen.
Eine Veranstaltung im Rahmen Programmes Kulturbonus Südniedersachsen
Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de

 

22. - 27. Juni 2016
Studienreise „Auf den Spuren der Partisanen“

Die fünftägige Studienreise führt in das südliche Kärnten in Österreich. Ziel der Fahrt ist die zweisprachige Region um den Ort Bad Eisenkappel/Zelezna Kapla. Seit 1943 wurden junge Kärntner Slowenen aus dem Raum Bad Eisenkappel in das Jugend-KZ Moringen deportiert. Sie standen im Verdacht, den Partisanenwiderstand in den Südkärntner Bergen unterstützt zu haben.
Gegenstand der Bildungsreise ist eine Auseinandersetzung mit Repression und Verfolgung der Kärntner Slowenen in der Zeit des Nationalsozialismus und der Erinnerung heute daran. Welche Rolle spielt das Gedenken und Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus im kollektiven Gedächtnis der Region? Wie geht die slowenische Minderheit mit dieser Geschichte um und wie die österreichische Mehrheitsgesellschaft? Zum Programm der Fahrt gehört der Besuch der Gedenkstätte Peršmanhof, die als einzige Gedenkstätte in Österreich an den Partisanenwiderstand erinnert, ein Austausch mit Vertretern der Gedenkstätte, ein Zeitzeugengespräch mit einem ehemaligen Häftling des Jugend-KZ Moringen, Begegnungen mit Vertretern der slowenischen Minderheit in Kärnten, einer historischen Wanderung auf den Spuren der Partisanen sowie der Teilnahme an der jährlichen Gedenkfeier auf dem Peršmanhof.
Der Peršmanhof - ein Bergbauernhof – wurde als zentraler Stützpunkt der Widerstandsbewegung am 25. April 1945 zum Schauplatz eines der letzten NS-Verbrechen. Eine kleine Gruppe von Angehörigen des SS-und Polizeiregiments 13 ermordete die am Hof lebende Familie: vier Erwachsene und sieben Kinder. Jahrzehntelang blieb das Verbrechen ein Tabu. Der Hof als Erinnerungsort – heute eine der wichtigsten Erinnerungsstätten an den NS-Terror in Kärnten und einzige Gedenkstätte in Österreich, die an den Partisanenwiderstand erinnert – avancierte in den Nachkriegsjahrzehnten vor allem zu einem Spielball politischer Interessen im Minderheitenkonflikt zwischen deutschsprechender Mehrheit und slowenischer Minderheit.
Anmeldeschluss: 30. April 2016
Wir empfehlen eine frühzeitige Anmeldung, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist!

 

 

Donnerstag, 26. Mai 2016, 18 Uhr
Öffentliche Führung zum jüdischen Leben in Moringen
Mit Uwe Reinecke
(Bitte anmelden)
Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58
Auch wenn es heute in Moringen keine jüdische Gemeinde mehr gibt, so erzählen dennoch einige Gebäude viel vom leider vergangenen jüdischen Leben dieser Stadt. Mit der Nazizeit fand dieser Teil des Moringer Alltags ein jähes Ende. Es soll aufgezeigt werden, dass das Judentum sich dennoch nicht auf Verfolgung und Ermordung beschränken lässt, sondern seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Amt Moringen im Jahr 1577 ein reichhaltiger Bestandteil der städtischen Gemeinschaft war. Der historische Rundgang beginnt bei der 1971 abgerissenen Moringer Schule, die bis 1921 über eine einklassige Jüdische Volksschule verfügte. Weitere Stationen sind Wohn- und Geschäftshäuser ehemaliger jüdischer Bürger und die 1838 errichtete Synagoge. Den Abschluss des Rundgangs bildet der jüdische Friedhof am Hagenberg, auf dem zwischen 1756 und 1934 Beerdigungen der jüdischen Bürger stattfanden. Der Rundgang wird etwa zwei Stunden dauern. Die Herren werden gebeten für den Besuch des jüdischen Friedhofs eine Kopfbedeckung mitzunehmen.

Mittwoch, 2. Juni 2016

Schullesungen „Lerne mit dem Herzen zu denken – Zwei kurze Leben im Widerstand“Mit Dr. Frauke Geyken und Johanna Kunze
Ort: Kooperative Gesamtschule, Moringen

(Nicht öffentliche Schullesung) Was ist Widerstand, wo beginnt er und wie wird er im Nachkriegsdeutschland bewertet? Warum wird aus einer Person ein Vorbild und Idol und aus der anderen nicht? Sophie Scholl und Cato Bontjes van Beek engagieren sich beide im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Beide produzieren und verteilen systemkritische Flugblätter. Beide werden dafür verhaftet und kurz nacheinander hingerichtet. Doch nach dem Krieg wird Sophie Scholl zum Synonym für couragierten Widerstand und Cato Bontjes van Beek wird als Mitglied der sog. „Roten Kapelle“, deren Mitglieder auch im Moringer Jugend-KZ inhaftiert waren, sogar die Anerkennung als Opfer des NS-Staates verwehrt. Erst 1958, nach langen juristischen Auseinandersetzungen mit dem Land Niedersachsen, wurde Ihr dieser Status zuerkannt.

Die szenische Lesung „Lerne mit dem Herzen zu denken – Zwei kurze Leben im Widerstand“ von der Historikerin Dr. Frauke Geyken und der Schauspielerin Johanna Kunze stellt die Biografien der jungen Frauen nebeneinander. Sie zeigt, wie Widerstand im Alltag Platz fand. Und sie beleuchtet, wie das junge Nachkriegsdeutschland nicht erlittenes Unrecht würdigte, sondern ideologisch zwischen „guten“ (Weiße Rose) und „fragwürdigen“, weil kommunistischen (Rote Kapelle) Widerstandsgruppen unterschied.

Freitag, 8. April 2016, 16 Uhr
Öffentliche Führung zum Männer-KZ Moringen
Mit Hans Helms(Bitte anmelden) Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58
Im April 1933 wurde in den Räumen des Landeswerkhauses in Moringen eines der ersten Konzentrationslager des NS-Staates eingerichtet. Die Moringer Zeitung sah darin "einen außerordentlichen wirtschaftlichen Gewinn" sollten doch alle notwendig werdenden umfangreichen Aufträge der hiesigen Geschäftswelt zukommen". Am 11. April 1933 traf die erste größere Gruppe von Häftlingen ein. Zu den Häftlingen des Männer-KZ zählten oppositionell und antifaschistisch eingestellte Männer und einige Frauen, überwiegend Kommunisten, später auch Gewerkschafter und Sozialdemokraten. Die konkrete Haftdauer konnte nur wenige Tage, aber auch mehrere Wochen betragen, in einigen Fällen sogar sechs und sieben Monate. Insgesamt waren in Moringen zwischen April und November 1933 ca. 1000 Personen inhaftiert, darunter auch viele aus dem südlichen Niedersachsen. Ab Oktober 1933 wurde damit begonnen, die Häftlinge in andere Konzentrationslager zu verlegen, ein Teil wurde in "Polizeiaufsicht" entlassen. Mit dem Männer-KZ begann in Moringen eine insgesamt zehnjährige Geschichte nationalsozialistischer Konzentrationslager.

 

Mittwoch, 9. März 2016
Schullesungen „Lerne mit dem Herzen zu denken – Zwei kurze Leben im Widerstand“
Mit Dr. Frauke Geyken und Johanna Kunze
Ort: Paul-Gerhardt-Schule Dassel
(Nicht öffentliche Schullesung)
Was ist Widerstand, wo beginnt er und wie wird er im Nachkriegsdeutschland bewertet? Warum wird aus einer Person ein Vorbild und Idol und aus der anderen nicht?
Sophie Scholl und Cato Bontjes van Beek engagieren sich beide im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Beide produzieren und verteilen systemkritische Flugblätter. Beide werden dafür verhaftet und kurz nacheinander hingerichtet. Doch nach dem Krieg wird Sophie Scholl zum Synonym für couragierten Widerstand und Cato Bontjes van Beek wird als Mitglied der sog. „Roten Kapelle“, deren Mitglieder auch im Moringer Jugend-KZ inhaftiert waren, sogar die Anerkennung als Opfer des NS-Staates verwehrt. Erst 1958, nach langen juristischen Auseinandersetzungen mit dem Land Niedersachsen, wurde Ihr dieser Status zuerkannt.
Die szenische Lesung „Lerne mit dem Herzen zu denken – Zwei kurze Leben im Widerstand“ von der Historikerin Dr. Frauke Geyken und der Schauspielerin Johanna Kunze stellt die Biografien der jungen Frauen nebeneinander. Sie zeigt, wie Widerstand im Alltag Platz fand. Und sie beleuchtet, wie das junge Nachkriegsdeutschland nicht erlittenes Unrecht würdigte, sondern ideologisch zwischen „guten“ (Weiße Rose) und „fragwürdigen“, weil kommunistischen (Rote Kapelle) Widerstandsgruppen unterschied.

Freitag, 11. März 2016, 16.00 Uhr
Öffentliche Führung zum Jugend-KZ Moringen
Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen ihre These, wonach Kriminalität und „Asozialität“ erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen.
Eine Veranstaltung im Rahmen Programmes Kulturbonus Südniedersachsen
Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de 

Freitag, 4. März 2016, 14.00 Uhr
öffentliche Führung zu Zeuginnen Jehovas im Frauen-KZ Moringen
Mit Jakob Fesca (Bitte anmelden). 
Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58
Zeuginnen Jehovas stellten die größte Häftlingsgruppe im Frauen-KZ Moringen. Aufgrund ihrer religiösen Überzeugung wurden sie konsequente Gegnerinnen des Nationalsozialismus, die sich von vielen Einschüchterungsversuchen unbeeindruckt zeigten. Welche Hafterfahrungen machten die Zeuginnen Jehovas im Frauen-KZ Moringen? Was geschah mit ihnen nach der Auflösung des Lagers im Jahr 1938? Und was folgte nach der Befreiung?
Veranstaltungsprogramm Oktober 2015-Februar 2016

 

Mittwoch, 10. Februar 2016, 9 Uhr 30 und 11 Uhr 30Die Besserung. Klassenzimmerstück zum Jugend-KZ Moringen von stille hunde theaterproduktionen.Ort: Theo-Koch-Schule, Grünberg (Hessen)Geschlossene Veranstaltung 

Freitag, 12. bis Sonntag, 14. Februar 2016
"Benelux-Gefangene in Lagern und Haftstätten Norddeutschlands"
Ort: Papenburg
Ein Seminar der Interessengemeinschaft der niedersächsichen Gedenkstätten und Initiativen zur Erinnerung an die NS-Verbrechen.
Programm der Veranstaltung

Dienstag, 26. Januar 2016 Die Besserung. Klassenzimmerstück zum Jugend-KZ Moringen von stille hunde theaterproduktionen. Ort: Rainald-von-Dassel-Schule, Dassel Geschlossene Veranstaltung

Mittwoch, 27. Januar 2016, 19 Uhr
Dem Überleben einen Sinn geben
Vortrag und Zeitzeugengespräch zum Holocaustgedenktag mit Bert Woudstra aus Enschede (Niederlande)
Einführung und Moderation: Dr. Dietmar Sedlaczek
Musikalische Begleitung: Karsten Heckhausen (Cello) und Beate Quaas (Klavier)
Ort: Altes Rathaus, Markt 9, Göttingen
"Es gibt beinahe keinen Tag in meinem Leben, dass ich nicht an diese Zeit zurückdenke."
Der 1932 geborene Bert Woudstra erlebte als Jugendlicher in den Niederlanden die Judenverfolgung der deutschen Besatzer. Er überlebte, weil ihn Freunde, aber auch fremde Menschen drei Jahre lang versteckten. Viele Familienangehörige hingegen wurden Opfer des Holocaust und starben in deutschen Konzentrationslagern. Von 53 Familienangehörigen haben 29 den Holocaust überlebt. Nach dem Krieg engagierte sich Herr Woudstra in zahlreichen sozialen und politischen Einrichtungen seiner Heimatstadt, so auch als Vorsitzender der Stiftung Synagoge Enschede, die als schönste Synagoge Westeuropas gilt. Die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen ist für Bert Woudstra zu einer Lebensaufgabe geworden. Seine Botschaft ist das Eintreten für Humanität und Menschenrechte - dort wo sie heute verletzt werden. Eine Veranstaltung des Bündnisses Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.
Eine Veranstaltungsreihe vom 9. November 2014 - 30. Januar 2015.

2015

Samstag, 31. Oktober 2015, 10.30 - 17 Uhr
Netzwerkkonferenz Topografie der Erinnerung in Südniedersachsen
„Gemeinsam einstehen für die Geschichte“
Ort: Welfenschloss (Lepantosaal), Schlossplatz 5, 34346 Hann. Münden
Das Erinnerungsnetzwerk „Topografie der Erinnerung in Südniedersachsen“ lädt zur 7. jährlichen Netzwerkkonferenz ein.
Anfang des Jahres 2014 schlossen sich drei Mündener Geschichtsvereine zusammen, um die lokale NS-Geschichte gemeinsam aufzuarbeiten. Ausgehend von ihrer jeweiligen Vereinsarbeit stellen sich am Vormittag der Konferenz zunächst die Geschichtsvereine vor. Anschließend führt ein Rundgang entlang besonderer Orte der Erinnerung durch die Innenstadt Hann. Mündens. Dem Thema Arbeiterwiderstand widmet sich am Nachmittag ein Werkstattbericht des Stadtarchivs Hann. Münden. In der abschließenden Diskussionsrunde wird das Thema Archive und Sammlungen weitergeführt: Wie sind die jeweiligen Voraussetzungen der Initiativen und Archive? Wo bestehen Schwierigkeiten? Wie kann auch künftig ein Zugang zu Forschungsergebnissen gewährleistet werden? Für einen Mittagsimbiss ist gesorgt.
Um Anmeldung bis zum 23. Oktober 2015 wird gebeten.
Veranstaltet vom Arbeitergeschichtsverein e.V., Erinnerung und Mahnung e.V., Heimat- und Geschichtsverein Sydekum e.V. sowie der Stadt Hann. Münden, in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Moringen und dem Verein niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V.

Samstag, 7. November 2015, 15.00 Uhr
Führung zum Frauen-KZ Moringen Mit Annegrit Berghoff (Bitte anmelden)
Ort: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58
Zwischen Oktober 1933 und März 1938 wurden in Moringen annähernd 1.400 Frauen inhaftiert, zumeist Zeuginnen Jehovas und Frauen aus dem politischen Widerstand. "Rassenschande", abfällige Äußerungen" über das NS-System, eine Remigration ins Deutsche Reich und andere Gründe konnten ebenfalls zu einer Einweisung in das Frauen-KZ führen.

Donnerstag, 19. November 2015, 20.00 Uhr
Lesung: „Everbody’s Gypsy – Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt“
Mit der Musikerin und Autorin Dotschy Reinhardt Ort: Alte Brauerei, Schaupenstiel 20, Northeim
Über Sinti und Roma bestehen zahlreiche Vorurteile. Diese führten in der Vergangenheit zu Diskriminierung und Ausgrenzung und in der NS-Zeit zu Verfolgung und Völkermord. Das Bild von Sinti und Roma ist dazu geprägt von zahlreichen Stereotypen wie z.B. Temperament, Freiheitsdrang oder Musikalität. Besonders die Popkultur bediente sich in den letzten Jahren diverser Klischees über diese Minderheit. Nicht selten versuchen Musiker, Modemacher und Schauspieler eine vermeintliche „Gypsy-Aura“ zu nutzen, um auf diese Weise einen vermarktbaren Trend zu schaffen. Die erfolgreiche Musikerin und Schriftstellerin Dotschy Reinhardt nimmt in ihrem 2014 erschienen Buch „Everybody´s Gypsy – Popkultur zwischen Ausgrenzung und Respekt“ diese Vorurteile und Fremdzuschreibungen in den Blick. Als erfolgreiche Akteurin innerhalb der Popkultur und als Sinteza gelingt ihr der doppelte Blick auf die Aneignung verklärender Klischees durch die moderne Popkultur und beschreibt, wie sich Sinti und Roma gegen Ausgrenzung und Vereinnahmung ihrer Kultur behaupten.
Schullesungen mit Dotschy Reinhardt finden am 19. und 20. November in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Göttingen und in der KGS Moringen statt.

Freitag, 27. November 2015, 16 Uhr
Mitgliederversammlung der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen e.V.
Ort: ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32, Moringen

Freitag, 27. November 2015, 18.30 Uhr
Das KZ Lichtenburg im System der Konzentrationslager
Mit Melanie Engler
Ort: ehemaliges Kommandanturgebäude, Lange Str. 32, Moringen
Im Juni 1933 eröffneten die Nationalsozialisten im Renaissanceschloss Lichtenburg inmitten der Kleinstadt Prettin ein Konzentrationslager, das im Oktober 1933 als staatliches KZ in Preußen bestätigt wurde. Im Zuge der Umstrukturierung nach einem im KZ Dachau erprobten Organisationsmodell sollte es die Frühphase des NS-Staates überdauern und fortan eine Schlüsselposition im System der Konzentrationslager einnehmen. Nach dessen Auflösung im August 1937 diente das Schloss Lichtenburg bis Mai 1939 als Frauen-KZ, von September 1941 bis April 1945 als Außenlager des KZ Sachsenhausen. Melanie Engler, Leiterin der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin, beleuchtet in ihrem Vortrag die Rolle des KZ Lichtenburg im System der Konzentrationslager und geht dabei auf die einzelnen Nutzungsphasen des Schlosses Lichtenburg zwischen 1933 und 1945 ein.

Sonntag, 15. November 2015, 16.00 Uhr
Mit dem Fahrrad von Moringen nach Łódź – Erinnerungsfahrt zum Holocaust-Gedenktag
Mit Bernhard Keller und Arne Droldner (KZ-Gedenkstätte Moringen)
Ort: Gemeindehaus Angerstein, Kirchstraße 7
Von Moringen nach Łódź führte Bernhard Keller seine ungewöhnliche Erinnerungsfahrt. Hinter ihm liegen fast 800 Km und 12 Tage auf dem Rad, als er zum Holocaustgedenktag am 27. Januar 2015 in Łódź eintrifft. Zur Zeit der deutschen Besatzung hieß der Ort Litzmannstadt. Ähnlich wie in Moringen bestand hier eine grausame Haftstätte für Kinder und Jugendliche. Im Dezember 1942 wurde innerhalb des Ghettos Litzmannstadt das sog. Polen-Jugendverwahrlager Litzmannstadt eröffnet. Laut Naziideologie sollte es rassisch minderwertige, kriminelle und verwahrloste polnische Kinder und Jugendliche aufnehmen. Während seines Bestehens waren hier mehrere Tausend Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zweieinhalb und 16 Jahren inhaftiert. Wie viele die Zwangsarbeit, Unterernährung, Strafen und unhygienische Zustände nicht überlebt haben, ist, wie so vieles über dieses Lager, unklar. Heute ist dieses Lager einer der vergessenen Orte nationalsozialistischer Verbrechen, an den wir mit dieser Aktion erinnern wollen. Am Volkstrauertag wird Bernhard Keller von seiner Reise und von seiner Motivation berichten und ein Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Moringen wird über die Geschichte beider Haftstätten für Jugendliche sprechen. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Kirchengemeinde Angerstein

Samstag, 12. Dezember 2015, 15.00 Uhr
Führung zum Männer-KZ Moringen
Mit Hans Helms
Ort: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58
Bereits im April 1933 auf dem Gelände und in den Gebäuden des Werk- und Arbeitshaus Moringen eröffnet, war das Männer-KZ Moringen eines der ersten Konzentrationslager des nationalsozialistischen Staates. Eingerichtet, um die Opposition handlungsunfähig zu machen und politischen Widerstand im Keim zu ersticken, waren hier bis November 1933 etwa 1000 oppositionell oder antifaschistisch eingestellte Männer inhaftiert. Mit dem Männer-KZ beginnt in Moringen eine insgesamt zehnjährige Geschichte nationalsozialistischer Konzentrationslager.

Donnerstag, 15. Oktober 2015, 14.00 Uhr
öffentliche Führung zum Jugend-KZ Moringen
Mit Jacob Fesca
Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen
Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen ihre These, wonach Kriminalität und "Asozialität" erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen. Eine Veranstaltung im Rahmen Programmes Kulturbonus in Südniedersachsen
Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de

Samstag, 10. Oktober 2015, 15.00 Uhr
Öffentliche Führung zum Jugend-KZ Moringen
Mit Hans Helms
Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen
Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen ihre These, wonach Kriminalität und "Asozialität" erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen. Eine Veranstaltung im Rahmen Programmes Kulturbonus in Südniedersachsen
Nähere Informationen und Anmeldung: 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de

Sonntag, 26. Juli 2015, 14:30 - 17:30
Virtuelle Rekonstruktion eines Konzentrationslagers
Die Freiwilligen der KZ-Gedenkstätten Bergen-Belsen und Moringen laden zu einem offenen Veranstaltungsnachmittag ein. Thema wird ein laufendes Projekt der Gedenkstätte Bergen-Belsen sein, ehemalige Lagerstrukturen mit Hilfe moderner Technik sichtbar zu machen. Zum Einsatz kommen dabei Tabletcomputer, Beamer und ein eigens eingerichteter Multimedia-Raum! Nach einem Rundgang über das ehemalige Lagergelände soll es eine Feedbackrunde geben.
Ort: KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen, Anne-Frank-Platz, Lohheide
Ansprechpartner: Mattis Binner (FSJ Politik KZ-Gedenkstätte Moringen)
info@gedenkstaette-moringen.de

Mittwoch 17. Juni 2015 17.00 Uhr Führung zum Jugend-KZ Moringen Mit Mattis Binner (Bitte anmelden) Ort: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58 Entlang des ehemaligen KZ-Geländes und durch die ehemalige SS-Kommandatur geht es zum Gräberfeld der jugendlichen KZ-Häftlinge. Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen, ihre These, wonach Kriminalität und „Asozialität“ erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen.

Dienstag, 16. Juni 2015, 9.30 Uhr
"it don't mean a thing".
Schulaufführung (geschlossene Veranstaltung)
Compagnie nik in Zusammenarbeit mit KZ-Gedenkstätte Moringen.
0rt: KGS Moringen
http://www.compagnie-nik.de/stuecke/it-dont-mean-a-thing/

Samstag, 13. Juni 2015, 10.30 - 17 Uhr
'Gemeinsam einstehen für die Geschichte'
Welfenschloss (Lepantosaal), Schlossplatz 5, 34346 Hann. Münden
Anfang des Jahres 2014 schlossen sich drei Mündener Geschichtsvereine zusammen, um die lokale NS-Geschichte gemeinsam aufzuarbeiten. Ausgehend von ihrer jeweiligen Vereinsarbeit stellen sich am Vormittag der Konferenz zunächst die Geschichtsvereine vor. Anschließend führt ein Rundgang entlang besonderer Orte der Erinnerung durch die Innenstadt Hann. Mündens. Dem Thema Arbeiterwiderstand widmet sich am Nachmittag ein Werkstattbericht des Stadtarchivs Hann. Münden. In der abschließenden Diskussionsrunde wird das Thema Archive und Sammlungen weitergeführt: Wie sind die jeweiligen Voraussetzungen der Initiativen und Archive? Wo bestehen Schwierigkeiten? Wie kann auch auch künftig ein Zugang zu Forschungsergebnissen gewährleistet werden?
FLYER DER VERANSTALTUNG

Freitag, 8. Mai 2015, 20.00 Uhr
"it don't mean a thing"
Premiere und Uraufführung
Compagnie nik in Zusammenarbeit mit KZ-Gedenkstätte Moringen.
0rt: Einstein Kultur, Einsteinstraße 42, München
http://www.compagnie-nik.de/stuecke/it-dont-mean-a-thing/

 

 

 

 

 

 

Freitag, 8. Mai 2015, 20.00 Uhr
Die Besserung
nach Berichten ehemaliger Häftlinge des Jugendkonzentrationslagers Moringen
Gastspiel: stille hunde theaterproduktionen
Ort: St. Johannis, Göttingen
Musik von Bernd Eberhardt
Preise: 15,00 Euro / erm. 10,00 Euro / Kulturticket
Kartenreservierung: 0551 / 63 45 700, Online-Buchung: www.reservix.de


Öffentliche Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestages der Befreiung des Moringer Jugend-KZ

Samstag 11. April 2015, 10.00 Uhr
Öffentlicher Rundgang über das ehemalige Gelände der Moringer KZ
Treffpunkt: Gedenkraum im MRZVN, Lange Str. 32 Samstag

11. April 2015, 15.30 Uhr
Kranzniederlegung am Gräberfeld des Moringer Jugend-KZ sowie am Gräberfeld des DP-Lagers begleitet vom Bläserensemble der KGS Moringen“
Ort: Friedhof der Stadt Moringen
Samstag 11. April 2015, 17.00 Uhr
Öffentliche Gedenkveranstaltung
Ort: KGS Moringen, Waldweg 30, 37186 Moringen, Mensa der KGS
Mit Redebeiträgen der nds. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und der diplomatischen Vertretungen der Republik Slowenien und der Republik Polen. Szenische Lesung und musikalische Begleitung durch Schüler der KGS Moringen.

Freitag 10. April 2015, 18.30 Uhr Von Idar-Oberstein ins KZ Moringen. Helmut Becker – Kindheit und Jugend in der NS-Zeit Anschließend besteht im Kino die Gelegenheit zu einem Zeitzeugengespräch mit Helmut Becker Ort: Neue Schauburg, Markt 10, 37154 Northeim Eintritt: 5€ / ermäßigt 4€ Der 1926 in Idar-Oberstein geborene Helmut Becker war ein begeisterter Sportler. Als ihm im Januar 1943 nach einer gewonnenen Meisterschaft im Skilaufen angeboten wurde, als Ausbilder zu arbeiten, sagte er voller Stolz zu. Sein Lehrbetrieb wertete dies als uner-laubtes Entfernen vom Arbeitsplatz. Helmut Becker (Bild) wurde zur Fahndung ausgeschrieben, schließlich gefasst, ins Ge-fängnis gesperrt und kam dann zunächst in das KZ-Sachsenhausen und von dort ins Jugend-KZ Moringen. Hier litt er Hunger und leistete Zwangsarbeit bei der Firma Piller: »Das Klappern der Holzschuhe auf dem Weg dorthin, war in der ganzen Stadt zu hören.« Im August 1943 wurde Helmut Becker entlassen, aber nicht in die Freiheit, sondern in ein Strafbataillon. Bei der Landung der Alliierten in der Normandie geriet er in Kriegsge-fangenschaft. Es folgte eine Odyssee durch zahlreiche Kriegsgefangenenlager in England, Kanada und den USA. Erst im Sommer 1946 gelang die Rückkehr nach Deutschland. Später zog er aus Deutschland fort und lebte mit seiner Familie bis 1971 in Kanada und den USA. Seit vielen Jahren nimmt er an den Treffen der Moringer Lagergemeinschaft teil und trifft sich mit Jugendlichen, um über seine Jugend im Nationalsozialismus zu sprechen.

 

 

 

 

Samstag, 10. Juni 2017, 15 Uhr

Öffentliche Führung durch die neue Ausstellung und Präsentation sowie zum Gräberfeld

Mit Nina Eimer (Bitte anmelden)
Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Str. 58, Moringen