KZ-Gedenkstätte Moringen

Hannoversch Münden

Wilhelm Peters aus Hannoversch Münden

Wilhelm Peters wurde 1894 in Hannoversch Münden geboren. Er arbeitet als Bauarbeiter. Seit 1922 ist er KPD-Mitglied, gehört der Antifagruppe II und der Staffel Hermannshagen an. Dieser Mündener Arbeiterstadtteil ist schon bald nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Ziel massiver Razzien unter Beteiligung von bis zu 600 Polizeibeamten und SA und SS-Männern, so zum Beispiel am 19. März 1933. Am 24. Juni 1933 wird Wilhelm Peters als angeblicher kommunistischer Funktionär verhaftet und erst in das Gerichtsgefängnis Göttingen und dann in das KZ Moringen eingeliefert. Dort bleibt er bis zum 2. Oktober in Haft. Nach seiner Entlassung hat er sich dreimal wöchentlich bei der Ortspolizeibehörde zu melden.

In der Haft hat Peters in Eingaben geltend gemacht, er sei kein Funktionär, ja sogar mehrfach wegen parteiinterner Konflikte vorrübergehend ausgeschlossen gewesen. In wie weit ihm dies geglaubt wurde, ist nicht klar. Am 4. Februar 1934 wird er wegen angeblichem Waffenbesitz in “Schutzhaft” genommen. Nachdem er, wohl eingeschüchtert von den gewalttätigen Gestapo-Beamten, zu Aussagen über eine angebliche Neuorganisation der KPD-Ortsgruppe bereit ist, wird er am 24. Februar freigelassen. Doch schon im Oktober 1935 wird er wieder verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, er habe die Zeitschriften “Rote Fahne” und “Rote Hilfe” verteilt und sei der Leiter der Zelle I Hermannshagen. Von einem Sondergericht wird er zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Auch hier dürfte seine Aussagebereitschaft durch Gewaltanwendung und der Drohung mit Repressalien gegen Familienangehörige erzwungen worden sein. Sein Haftgenossse aus der Zeit im Kasseler Gerichtsgefängnis Fritz Michalski sagt 1946 aus: “In meiner damals bereits 5 Monate dauernden Untersuchungshaft hatte ich mich weitgehend überzeugen können zu was die Gestapo fähig war.”

Nach der Beendigung der Zuchthaushaft wird Wilhelm Peters in ein Konzentrationslager deportiert. Dort wurde er am 15.11.1941 ermordet.

 

 

Zur Vertiefung

Espelage, Gregor, Das Männer-Konzentrationslager Moringen 1933. Selbstzeugnisse und Lebensspuren ehemaliger Häftlinge, hrsg. im Auftrag der Geschichtswerkstatt Hardegsen von Uwe Deppe, Ralf Spiwoks, Ms. Göttingen 1999. S.146-148.