Slowenische Häftlinge im Jugend-KZ MoringenIm Jugend-KZ Moringen waren Häftlinge aus sehr unterschiedlichen Gründen inhaftiert. Zu diesen konnte auch ein oppositionelles Verhalten oder eine Beteiligung an Widerstandshandlungen zählen. Seit Sommer 1943 wurden in das Jugend-KZ zahlreiche Jugendliche aus dem slowenisch-österreichischen Grenzgebiet eingewiesen. Ihnen wurde vorgeworfen, dass sie oder Angehörige ihrer Familien die Partisanen unterstützten, die sich nach der Besetzung Jugoslawiens im Jahr 1941 auf beiden Seiten der Grenze formiert hatten, um gegen die deutsche Wehrmacht zu kämpfen. Hierbei reichte bereits der blosse Verdacht aus, damit es zu einer Verhaftung kam. Durch Archivrecherchen und Befragungen ehemaliger Häftlinge konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Namen von Jugendlichen ermittelt werden, die wegen Partisanenunterstützung im Jugend-KZ Moringen inhaftiert gewesen waren. Einige von ihnen gehörten auch zur slowenischen Minderheit im österreichischen Kärnten. Allein vier Häftlinge stammen aus der Gegend um Eisenkappel im südlichen Kärnten. Unter ihnen auch der vor zwei Jahren verstorbene Johann Kogoj. Als Johann Kogoj nach der Befreiung aus dem Jugend-KZ Moringen in seine Heimat zurückkehrte, erfuhr er, dass zwei seiner jüngeren Geschwister noch am Ende des Krieges Opfer eines Massakers geworden waren, das Angehörige eines SS- und Polizeiregimentes auf dem Nachbarhof, dem Persmanhof, verübt hatten. Heute besteht auf dem Persmanhof eine Gedenkstätte. Mit den beiden folgenden Texten von Brigitte Entner und Gudrun Blohberger möchten wir über das Thema Partisanenwiderstand und der Erinnerung an dieses Thema in Kärnten informieren. Brigitte Entner: Von widerständigem Verhalten und den Konsequenzen im südlichen Kärnten Gudrun Blohberger: Minderheitengedenken in Südkärnten Jugendaustausch Kärtnen - Moringen
|