Projekt

Topografie der Erinnerung
Gedenken und Erinnern in Südniedersachsen

Informationen

Ein Aufarbeiten der historischen Tatbestände und eine rege Gedenk- und Erinnerungskultur sind notwendig, um die Geschichte des Nationalsozialismus im kulturellen Gedächtnis beständig wach zu halten, um seiner Opfer zu gedenken und Ausgrenzung und Rassismus heutzutage entgegenzutreten.

„Topografie der Erinnerung“ ist der Titel eines von der Amadeu Antonio Stiftung in Berlin geförderten und an der KZ-Gedenkstätte Moringen angesiedelten Projektes, das einerseits das breite Engagement der Akteure der Gedenk- und Erinnerungskultur in Südniedersachsen (v.a. in den Landkreisen Göttingen, Holzminden, Northeim und Osterode sowie der Harzregion) nach innen stärken und andererseits nach außen die Möglichkeit der Wahrnehmung und Darstellung der einzelnen Angebote erhöhen will.

Doch wer beschäftigt sich wo in der Region mit welchen Themen? Wie erfahren die einzelnen Initiativen voneinander? Ein Informations- und Erfahrungsaustausch erleichtert die eigene Arbeit, gibt neue Impulse und ist Grundlage für eine mögliche Zusammenarbeit. In einer großflächigen und ländlich geprägten Region wie Südniedersachsen gestaltet sich dies allerdings schwierig. Ziel des Projektes ist deshalb, eben diese „Isolation der einzelnen Initiativen“ zu durchbrechen und die einzelnen Initiativen zusammenzuführen.

In einer Fragebogenaktion wurden im Herbst 2008 zunächst Daten zu den gegenwärtigen Akteuren, ihren Arbeitsfeldern, Interessen und Wünschen erhoben. Unter breiter Beteiligung fand schließlich am 21. März 2009 eine Konferenz zum Thema „Gedenken und Erinnern in Südniedersachsen“ statt. Knapp 40 Akteure und Vertreter von Vereinen und Initiativen aus der Region trafen sich in dem ehemaligen Kommandanturgebäude des KZ Moringen, um über eine künftige Vernetzung zu diskutieren. Die Konferenz bot zudem eine erste Gelegenheit, sich gegenseitig kennen zu lernen, auszutauschen und Ansprechpartner für Themen und Regionen zu finden. Zusammen mit einer noch zu gestaltenden Internetplattform bieten die Treffen dem Akteurskreis auch zukünftig die Möglichkeit der Präsentation nach innen und schaffen eine Struktur für einen Austausch untereinander, für Anregungen und Diskussionen, sowie für eine mögliche Projektierung gemeinsamer Vorhaben.

Eine weitere Säule des Projektes ist die Erfassung und Dokumentation der historischen Tatbestände zu den Komplexen Verfolgung, Zwangsarbeit und Widerstand sowie die Auseinandersetzung mit diesen Themen nach 1945 (in Form von Gedenksteinen, Gedenkfeiern, Publikationen, Ausstellungen, thematischen Rundgängen u.ä.). Eine entsprechende Situationsanalyse wurde im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Moringen bereits im Frühjahr 2008 von Susanne Köhring und Marc Czichy erstellt.

Diese Themenkomplexe werden nun in Form einer Website aufbereitet mit dem Ziel, die regionale Geschichte und Aufarbeitung als eine gemeinsame „Topografie der Erinnerung“ abzubilden. Auf diese Weise wird interessierten Bürgern der Zugang zu Fakten, Informationen und Ansprechpartnern in ihrer Region erleichtert und daneben den Akteuren die Möglichkeit gegeben, sich auf einer zentralen Seite (durch einen entsprechenden Text oder auch Verweis auf die eigene Website) nach außen zu präsentieren. Für die Menschen in der Region wird so zudem erlebbar, dass Erinnerungsprojekte zur Geschichte des Nationalsozialismus Ausdruck einer gemeinsamen Erinnerungskultur sind, die schließlich auch das Bewusstsein einer gemeinsamen geschichtlichen und kulturellen Identität in Südniedersachsen stärkt.

Wir hoffen, hiermit Ihr Interesse geweckt zu haben und freuen uns über weitere Mitstreiter! Bei Interesse und Fragen wenden Sie sich an:

Julia Braun
KZ-Gedenkstätte Moringen
Postfach 1131, 37182 Moringen
Email: Jc.Braun@hotmail.de
Fon: 05554-2520

Zurück
Frame nachladen