Gabriele Herz

Das Frauenlager von Moringen

Schicksale in früher Nazizeit

Herausgeben und mit einer Einleitung von Jane Caplan

Am 8. Oktober 1936 wurde Gabriele Herz als so genannte „Remigrantin“ ins Moringer Frauen-KZ (1933-38) eingeliefert. Zuvor hatte sie versucht mit ihrem Ehemann Emil Herz, bis zu seiner Entlassung 1934 Verlagsdirektor im Ullstein Verlag, zu emigrieren. Gabriele Herz´ Verhaftung erfolgte in Berlin nach der Rückkehr aus Italien. Entlassen wurde Gabriele Herz aus dem Frauen-KZ Moringen am 20. März 1937. Anschließend erfolgte die endgültige Emigration der Familie Herz. Sie führte zunächst nach Florenz, dann flüchtete die Familie ins schweizerische Lugano, wo Gabriele Herz bereits mit der Niederschrift ihrer Erlebnisse aus dem Frauen-KZ Moringen begann. Über Kuba erreichte die Familie schließlich im Sommer 1940 New York. Hier vollendete Gabriele Herz ihre Erinnerungen unter dem Titel „Das Frauenlager von Moringen. Schicksale in früher Nazi-Zeit“. Gabriele Herz starb 1957 im Alter von 71 Jahren in New York.

Die Memoiren von Gabriele Herz sind eine Innensicht auf die Häftlingsgesellschaft zu dieser Zeit. Mit großer Genauigkeit schildert sie die Situation im Lager, vor allem im sogenannten „Judensaal“. Es finden sich neben einer Erzählung über ein improvisiertes Chanukka-Fest, auch biografische Skizzen mehrerer Jüdischer Häftlinge, Zeuginnen Jehovas und von Frauen aus dem Widerstand. Als unparteiische Beobachterin beschreibt sie einzelne Personen und Ereignisse und nimmt einfühlsam Anteil am Schicksal ihrer Mitgefangenen. Ihre detaillierten Beschreibungen aus Sicht einer jüdischen Frau machen ihre Aufzeichnungen zu einem herausragenden Dokument der Erinnerungsliteratur. Sie enthalten neben detailreichen Fakten auch sehr intime Eindrücke aus der bedrängenden Lagersituation des Moringer Frauen-KZ.

Nachdem der Bericht von Gabriele Herz 2006 in einer englischen Übersetzung in einem amerikanischen Verlag erschienen ist, liegt er nun erstmals in seiner ursprünglichen Fassung auf Deutsch vor, ergänzt durch einen umfangreichen Essay der britischen Historikerin und Herausgeberin Jane Caplan, der die Memoiren von Gabriele Herz umfassend historisch analysiert und einordnet.

Das Buch kann über die Gedenkstätte, aber auch über den Buchhandel bezogen werden.

Die Schulen in der Region können das Buch im Klassensatz ausleihen.

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